downforservice

Hoffen auf das Unmögliche als spirituelle Aufgabe

Sehnsucht

Yonina – Mamtinim – יונינה – ממתינים

Waiting for you to come, speaking about how everything here is rotten
People burn in the streets, and the Vodka burns our throat
And we run around like a stray dog, searching in the evening for a person to love
While death is sold here for free, and for no reason at all
Because we want a little more blood

These are days of drought, with no vision
They say the the heavens are masterless
And the land has been given to people, and Cain rules here
Because justice has fallen asleep

Waiting, because it’s all that’s left to do
And to try and be people in a place ruled by the winds
At nights, I still dare to believe sometimes
And though the days stretch upon years
I will await him each day…

Whispering, you’re taking a while
And in the meanwhile the daemons creep into the heart
With time we get accustomed to the pain, and don’t want to leave this winter
Because we cultivate walls of isolation, and every person thinks
That only his world is being destroyed

Trapped within himself, with no one to share the pain
And the skies above us are a purple-blue, burning-abused
And an old tune is dying in weird dreams about other people
And air between buildings…

The sadness outside is threatening to drown me in the abyss
Why hasn’t he come? Tears and maybe, a glimpse of hope
Too many years…

Music & Lyrics: Nina Tokayer


Yonina – Warten – יונינה – ממתינים

Ich warte darauf, dass du kommst und erzähle dir, wie faul hier alles ist
Auf den Straßen brennen Menschen, und der Wodka verbrennt uns die Kehle
Und wir rennen herum wie streunende Hunde und suchen abends nach einer Person, die wir lieben können
Während der Tod hier kostenlos und ohne Grund feilgehalten wird
Weil wir ein bisschen mehr Blut wollen

Dies sind Tage der Dürre, ohne Vision
Sie sagen, der Himmel sei herrenlos
Und das Land ist den Menschen überlassen,
und Kain regiert hier
Weil die Gerechtigkeit eingeschlafen ist

Warten ist alles, was wir tun können
Und versuchen, Menschen zu sein
an einem Ort, der vom Wind regiert wird
Nachts traue ich mich manchmal noch zu glauben
Und obwohl sich die Tage über Jahre erstrecken
Ich werde ihn jeden Tag erwarten …

Geflüster, du nimmst dir eine Weile Zeit
Und in der Zwischenzeit schleichen sich die Dämonen ins Herz
Mit der Zeit gewöhnen wir uns an die Schmerzen und möchten diesen Winter nicht mehr verlassen
Weil wir Mauern der Isolation kultivieren und jeder denkt
nur seine Welt werde zerstört

In sich gefangen, ohne dass jemand den Schmerz teilt
Und der Himmel über uns ist purpurblau
und von brennendem Missbrauch heimgesucht
Und eine alte Melodie stirbt in seltsamen Träumen
von anderen Menschen
Und Luft zwischen Gebäuden …

Die Trauer draußen droht mich in den Abgrund zu stürzen
Warum ist er nicht gekommen? Tränen und vielleicht ein Hauch von Hoffnung
Zu viele Jahre …


Christian Morgenstern

I am like a carrier pigeon,
borne from the archetypal source of things into a distant
and foreign land, and then set free.
It views all things in relation to its former homeland,
restlessly traversing the country in every direction.
It often falls to earth in great weariness;
till someone arrives, picks it up and tends for it,
endeavouring to get it accustomed to its new home.
However, as soon as it finds its wings
it flies onward yet again, upon the sole journey
capable of stilling its longing –
upon the inevitable search for its place of origin.

Christian Morgenstern

Ich bin wie eine Brieftaube,
die man vom Urquell der Dinge in ein fernes,
fremdes Land getragen und dort freigelassen hat.
Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat,
ruhlos durchmißt sie das Land nach allen Seiten.
Und oft fällt sie zu Boden in ihrer großen Müdigkeit,
und man kommt, hebt sie auf, pflegt sie
und will sie ans Haus gewöhnen.
Aber sobald sie die Flügel nur wieder fühlt,
fliegt sie von neuem fort, auf die einzige Fahrt,
die ihrer Sehnsucht genügt,
die unvermeidliche Suche nach dem Ort ihres Ursprungs.

Christian Morgenstern

© 2026 downforservice

Thema von Anders Norén