Hör nöd uf – Dodo feat. Phenomden

Dodo (* 1977 in Nairobi; eigentlich Dominik Jud) ist ein Schweizer Reggae- und Raggasänger.
Jud kam als Sohn von Schweizer Eltern in Kenia auf die Welt und verbrachte seine ersten Jahre in Abidjan in der Elfenbeinküste. 1983 kehrte die Familie zurück in die Schweiz. Seine ersten Bühnenerfahrungen machte Dodo im Alter von 17 Jahren als er in Jugendhäusern und an Schulen auftrat.

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Chasch mers gloube

Hanery Amman’s Lieder sind Wegmarken eines an Höhen und Tiefen reichen Musikerlebens, sie berühren mich in ihrem Mut in ihrem “Leben trotz allem”, sie fordern mich heraus in ihrem Festhalten an einer Lebensutopie, die kaum ausgesprochen doch hinter jeder Zeile und Note fühlbar, hörbar, erkennbar ist.
Linard Bardill

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Der Mensch als Kostenfaktor

Die Todsünde des Kapitalismus

Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise, die viele Arbeitsplätze gefährdet, ja sogar vernichtet hat, weil Spekulanten sich mit Milliarden Dollar und Euro, die ihnen gar nicht gehörten, verzockt haben, wird zu Recht gefordert, Politik und Wirtschaft wieder auf ein ethisches Fundament zu stellen. Die richtige Ordnung kann eigentlich nur die sein, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Heute wird der Mensch aber nicht mehr in erster Linie nach Herkunft und Nation bewertet und je nachdem diskriminiert, sondern er wird zum Kostenfaktor degradiert – die Todsünde des Kapitalismus. Zu einem humanen Menschenbild gehört auch das wichtigste Gebot des christlichen Evangeliums, nämlich die Nächstenliebe, die nicht Gutmenschentum und Gefühlsduselei bedeutet, sondern vielmehr eine Pflicht, denjenigen zu helfen, die in Not sind. Dies gilt übrigens auch für den Feind. Diese Aufgabe sprengt nationale, kulturelle und religiöse Grenzen und heißt z. B.: Versöhnung, Entspannung und friedliche Lösung von Konflikten müssen den Vorrang haben vor Gewalt und Krieg. Fremdenfeindlichkeit ist mit einer solchen Auffassung unvereinbar. Ebenso wie die nach wie vor vorhandene Diskriminierung der Frauen in der Arbeitswelt, der Gesellschaft, vor allem den Kirchen. Der Kapitalismus kennt keine Werte jenseits von Angebot und Nachfrage. Notwendig ist daher eine internationale ökosoziale Marktwirtschaft auf humaner Basis. Ein solches Menschenbild stellt auch Anforderungen an diejenigen, die in Politik und Wirtschaft Verantwortung tragen. D. h. sie müssen glaubwürdig sein, so handeln wie sie denken und reden.

Heiner Geißler
Berliner Kurier, 08. März 2010
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Daß auch der Allerniedrigste mein Bruder sei

Eugen Drewermann zu «Dostojewski und die Macht des Geldes»: (…) «Was Dostojewski wirklich sagen will: Das Geld ist nichts anderes als die Schöpfung umzuschreiben. Da es keinen Erzeuger gibt, musst du dich selber erzeugen. Deshalb ist das Geld der Gott, der Vater im Himmel und auf Erden, den du erfinden musst, den du materialisieren musst, weil du ein Nichts bist. Die Macht des Geldes ist diese Lüge, du könntest etwas werden, das du nicht bist, indem du etwas hast. Aber was bist du für ein Mensch dann, außer einem Betrüger dir selber gegenüber?
Es gibt für Arkadij keine andere Rettung, als dass sein juristischer Vater Makar – in gewissen Sinn sein Adoptivvater – krank zurückkehrt. In der Nähe dieses Mannes beginnt so etwas wie eine seelische Erholung. Makar verkörpert es: „Sorge dich nicht um den morgigen Tag! Hat nicht jeder Tag seine Mühe genug?“ Das soll Jesus gesagt haben laut Matthäus 4 zu allen, die übel daran waren, lauter Habenichtse und arme Leute. Und er hat Ihnen gesagt: „Schaut euch doch um! Hier wachsen die Lilien. Ihr beneidet König Salomo in all seiner Pracht und Herrlichkeit.“ Er hatte, wenn die Bibel historisch glaubwürdig wäre, über neunhundert Frauen und viele tausend Pferde und ganz gewiss prunkvolle Gewänder. Er lebte wie in Tausendundeiner Nacht und das scheint euch groß, weil er so viel Geld hatte, dass er sich alles leisten konnte. Aber Jesus meinte, ihr seid unendlich viel größer – ihr, die vermeintlich armen Leute, wenn ihr es begreift.
Sie erzählen euch, kaum dass ihr fünfzehn Jahre alt seid, ihr müsst für die Zukunft sorgen, und was ihr mit der Rente macht, wenn ihr fünfundsiebzig seid.
Aber so vergeudet ihr euer Leben. So kommt ihr niemals bei euch selber an. Am Ende habt Ihr nie gelebt. Heute zu sein bedeutete so viel Dankbarkeit des Glücks. Die Macht des Geldes gründet sich darin, dass sie einem Menschen verspricht, etwas zu sein, was er nicht ist. Die Macht des Geldes ist gebrochen, wenn wir begreifen, dass wir alles sind, etwas unendlich Kostbares in dieser Welt, etwas buchstäblich Unbezahlbares. Jeder von uns trägt solch ein Dichterwort in sich, eine Art Dostojewski an Sensibilität, an menschlichem Gespür, um aufeinander zuzugehen. Und immer dort, wo nicht Macht, sondern Einheit zum Ziel gesetzt wird, finden Menschen zueinander und verliert der Götze Geld seinen Spielsaal. (…)

Quelle: «Humonde», Zeitschrift für eine humane Welt, Wirtschaft und Medizin

Mehr von Eugen Drewermann über Dostojewski und das Geld in dem Buch “Daß auch der Allerniedrigste mein Bruder sei”, erschienen im Patmos Verlag 2004

Die Allianz der «Nutzlosen»

Was das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten (…) schildert, offenbart, erneut nach Art einer Mischung aus Fabel und Satire, den zentralen Widerspruch, der in jedem Sozialsystem steckt, das sich wesentlich über Produktivität und Geldakkumulation definiert: es verrechnet Menschen als Wirtschaftsfaktoren, ohne damit zu rechnen, wie Menschen wirklich sind – sie können krank werden, sie können alt werden, und bald schon wird ihr Bemühen, einen Beitrag zur Steigerung des Bruttoinlandproduktes zu leisten, der Frage weichen, was sie selber sich leisten können, ja, sich selbst zu leisten geradewegs schuldig sind. Unter den Lebensbedingungen der derzeitigen neoliberalen Wirtschafts«ordnung» lässt sich schwerlich eine Geschichte vorstellen, die aktueller sein könnte als diese, indem sie märchenhaft zeitlos an die Zeitbedingtheit der Zeitläufe zurückmeldet, was Menschen immerdar sind und sein werden: kränkeldne, alternde, sterbliche Wesen beziehungsweise – im Bilde gesprochen – : arme, erbärmliche, erbarmenswerte Haustiere.

Eugen Drewermann in seinem Buch: «Von der Macht des Geldes – oder Märchen zur Ökonomie» ( S. 125ff) Patmos-Verlag, Düsseldorf 2007

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für Menschen ohne Marktwert